Matriarchale Kulturen / Matriarchate

Als matriarchale Kulturen bezeichnen wir Ethnien, in deren Fokus die Mutter, das mütterliche (Nährende, Pflegende, Gebärende) Prinzip, steht. Es sind weitestgehend egalitäre Gemeinschaften, d.h. nicht, dass Männer und Frauen alle dasselbe machen und können, sondern, dass ihr Tun und Handeln auf Balance und Konsens basieren.

 

Die Vererbungsstruktur einer matriarchalen Gemeinschaft ist matrilinear organisiert, d.h. der gemeinschaftliche Klanbesitz wird über die Töchter erhalten und verwaltet.

 

Die Verwandtschaft ist über die Linie der Mutter, also matrilinear, definiert. Verwandt sind also alle Nachkommen einer gemeinsamen Ur-Großmutter in weiblicher Linie. D.h., ein Sohn gehört dazu, aber die Nachkommen, die ein Sohn zeugt, gehören nicht dazu. Nicht das Zeugen ist entscheidend bei der Zugehörigkeit, sondern das Gebären.

 

(Kern)Familien in unserem Verständnis gibt es in matriarchalen Kulturen nicht. Es gibt Klane, die weitestgehend matrilokal verortet sind. D.h., nicht die Frau zieht zum Mann (oder mit dem Mann zusammen an einen neuen Ort), sondern der Mann zieht zur Frau und ihrem Klan. Viele Indizien sprechen dafür, dass es Zeiten gab, in denen es gar keine Eheschließungen gab, wie heute noch bei den Mosuo in China.

 

Wenn im Fokus aller Mitglieder einer Kultur die Mutter steht– dann sind es matriarchale Gemeinschaften. Viele Forscherinnen bevorzugen die Bezeichnung Matrifokalität, um dem mehr als ein Jahrhundert andauernden akademischen Streit um das Matriarchat eine Ende zu setzen. Andere Forscherinnen sind aber aus politischen Gründen nicht bereit, diesen schwergewichtigen Begriff aufzugeben, so auch der Vorstand von MatriaVal oder auch die Akademie Hagia.

 

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