Die Kabylinnen

Einführung in eine geheimnissvolle Frauenkultur in Algerien

 

Ein Wirkshop mit Schirmhera Dr. Malika Grasshoff

 

 

Ein erstes Highlight matriarchaler Begegnung fand dann Ende Mai statt. Unsere kabylisch-europäische Schirmhera Dr. Malika Grasshoff eröffnete den Reigen internationaler Lehre mit ihrem Wirkshop „Die Kabylinnen – Einführung in eine geheimnisvolle Frauenkultur in Algerien“. Und wieder reisten die Frauen an, sogar aus Österreich und der italienischen Schweiz.

 

Die Kabylinnen sind Zeuginnen einer alten Frauenkultur, die - sowohl ökonomisch als auch künstlerisch - die weibliche Kraft der Mütter verkörpert. Bis heute leben sie eine eigenständige Frauen–Macht, eine Macht, die ohne Herrscherallüren möglich war. Da sich die Frauen als Teil der Natur begreifen, beziehen sich ihre Raum- und Zeitvorstellungen sowie ihr Orientierungssinn auf eine ganz andere Naturkonzeption als wir sie kennen. Diese Kosmogonie findet Ausdruck in ihrer Kunst und wird durch eine spezifische Ornamentik in der Keramik und der Weberei dargestellt.

 

An beiden Wirkshoptagen begleiteten uns die wunderbaren Bilder dieser Kunst, die wandfüllend projiziert Malikas lebendige und mitreißende Körpersprache untermalten. „Ich weiß nicht, was mich mehr beeindruckt hat. Malikas mitreißende Erzählkunst oder ihr körperbetonter Ausdruck“ – so eine Teilnehmerin. Eindrücklich schilderte sie die gänzlich unterschiedliche Bedeutung der weiblichen Brust bei den Kabylinnen im Vergleich zu uns in Europa. Hier Symbol weiblicher Erotik, dort Inbegriff des Mütterlich-Nährenden-Magischen-Selbstverständnisses. Das Zeigen und Berühren der eigenen Brust in der Öffentlichkeit habe nichts mit Erotik zu tun, so erklärte und Malika, und lebhaft schilderte sie, wie sie in Europa immer wieder große Irritation auslöst, wenn sie sich im Schwung der temperamentvollen Erzählung selbst berührt.

 

Malika sparte auch nicht mit leidenschaftlicher und liebevoller Kritik an uns europäischen Frauen. Kein Verständnis hätten die Kabylinnen dafür, dass wir beispielsweise unsere Männer beim Gebären zuschauen ließen. Diese hätten bei diesem frauenspezifischen und magischen Geschehen nun wirklich gar nichts verloren. Und sagte sie es, oder träumte ich, dass sie hinzufügte, dass wir die Verantwortung dafür trügen, dass aus einem heiligen Akt ein profaner werde, da Männer mit der Magie des Gebärens überfordert seien? … Die Begegnung mit Malika hat mich tief berührt und wie gerne würde ich mehr von dieser faszinierenden Frau und ihrer kabylischen Frauenwelt lernen!

 

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